Haute École des Arts du Rhin

Die Haute École des Arts du Rhin (HEAR) ist eine öffentliche Kunsthochschule unter der Aufsicht des französischen Kulturministeriums. Sie fördert die Durchlässigkeit zwischen Disziplinen und stärkt die Synergien zwischen Kunst, Design und Handwerk.

Am Standort Mulhouse verbinden die Studiengänge DNA (Bachelor) und DNSEP (Master) im Bereich Textildesign künstlerische Experimentierfreude mit handwerklicher Kompetenz. Die Studierenden arbeiten an praxisnahen Projekten in Zusammenarbeit mit einem Netzwerk von Partnern, vertiefen ihre Kenntnisse im Atelier und nehmen an kollektiven Formaten wie Workshops, Vorträgen und Studientagen teil.

Diese Verbindung von Praxis und Theorie unterstützt angehende Designer*innen dabei, eine eigenständige Position im zeitgenössischen Textildiskurs zu entwickeln.

Ausstellung

Eine bestimmte Weltanschauung

Gemeinde

Sainte-Marie-aux-Mines

Ausstellungsort

#6 Espace des Tisserands, Sainte-Marie-aux-Mines

Jahr

2026

Mehr als nur textile Technik verkörpert der Amish-Quilt eine kollektive Geschichte, eine Ethik der Einfachheit und ein auf Weitergabe gegründetes Zeitverständnis. Die Ausstellung, entstanden aus der Arbeit der Studierenden im Studiengang Textildesign der HEAR in Mulhouse, basiert auf der Sammlung amerikanischer Amish-Quilts in der Villa Burrus in Sainte-Croix-aux-Mines.

Diese bedeutungsvollen Objekte bilden den Ausgangspunkt für zeitgenössische Auseinandersetzungen mit aktuellen Fragestellungen. An der Schnittstelle von Kunst, Design und Anthropologie analysieren und interpretieren die Studierenden diese Symbole einer alltäglichen Ethik neu: reduzierte Formen, schlichte geometrische Kompositionen und langlebige Materialien. Der Amish-Quilt erscheint als Ausdruck einer Weltanschauung, in der kreatives Handeln untrennbar mit Solidarität, Bescheidenheit und Wiederverwendung verbunden ist. Gezeigt werden textile Objekte, Installationen und ortsbezogene Arbeiten.

Traditionelle Techniken wie Weben, Stricken, Nähen oder Färben werden neu gedacht, um ökologische und soziale Herausforderungen unserer Zeit zu reflektieren. Zwischen Tradition und Innovation lädt die Ausstellung dazu ein, das eigene Verhältnis zu Material, Zeit und Gemeinschaft neu zu betrachten.