Heidi König

Heidi König lebt in Rheinfelden im Nordwesten der Schweiz, nur hundert Meter vom Rhein entfernt, der die natürliche Grenze zwischen Deutschland und der Schweiz bildet. Sie ist verheiratet, Mutter zweier erwachsener Söhne, Großmutter von zwei Enkelinnen und seit Kurzem im Ruhestand.

Durch ihre Großmutter kam sie früh mit einer Singer-Tretmaschine in Berührung. Nadel, Faden, Stoff und Papier begleiten sie seither.

Ihre Arbeiten sind abstrakt und intuitiv und zeichnen sich durch kontinuierliche, frei geführte Maschinenlinien aus. Diese wiederkehrenden Linien – ihr Markenzeichen – wirken wie Pinselstriche und strukturieren die Oberfläche. Das Nähen empfindet sie oft als meditativen Prozess.

Ihre Stofflagen bestehen aus unifarbenem Baumwollstoff mit schwarzem oder weißem Vlies. Die freien Linien erzeugen Bewegung und Struktur, die sich durch Waschen und Trocknen intensivieren. Anschließend bemalt sie beide Seiten mit Acryl und Ölstiften – eine Technik, die sie über zwölf Jahre entwickelte.

Aktuell konzentriert sie sich auf doppelseitige 3D-Arbeiten mit abgeschnittenen Pyramiden.

Ausstellung

REIN – RAUS – DURCH

Gemeinde

Sainte-Marie-aux-Mines

Ausstellungsort

#2 Pavillon Osmont, Sainte-Marie-aux-Mines

Jahr

2026

Diese neue Werkgruppe eröffnet Einblicke, Ausblicke und Perspektiven. Die 3D-Arbeiten bestehen überwiegend aus abgeschnittenen Pyramiden mit unterschiedlichen Öffnungen und Dimensionen.

Doppelseitig gestaltet, erzeugen sie je nach Blickwinkel verschiedene Raumerfahrungen. Nach oben und unten gerichtete Formen schaffen ein Spiel aus Licht, Schatten und Tiefe. Grundlage sind weiterhin frei geführte Maschinenlinien, die als Struktur dienen, bevor Acryl- und Ölfarben aufgetragen werden.

Auf der Rückseite entsteht dabei ein zweites Bild, das erst beim Abnehmen des Quilts sichtbar wird – ein Moment der Überraschung. Kontrastierende Farbpaletten auf beiden Seiten erzeugen unterschiedliche Stimmungen.

Inspiration fand sie in einem spätsommerlichen Sonnenaufgang, den Blumendekorationen des Wiener Neujahrskonzerts, dem ersten Vollmond im Januar und den zarten Farbtönen eines Sandstrandes. In herausfordernden Zeiten wirken Farbe und spielerische Formen für sie als Ausgleich und Kraftquelle.