Seit den 1970er Jahren, mit dem zunehmenden Aufkommen von Freizeit, stellt sich die Frage, wie diese genutzt werden kann. Unter den Aktivitäten, die sich in dieser Zeit entwickeln, gewinnen die sogenannten „kreativen Hobbys“ stark an Bedeutung. In Frankreich trägt insbesondere die Zeitschrift 100 idées zur Popularisierung der Handarbeiten bei – Stickerei (vor allem Kreuzstich), Patchwork, Weben, Stricken und Nähen – und präsentiert sie als für alle zugänglich. In diesem Vortrag zeichnet Nathalie Bresson diese Entwicklung bis heute nach, wo sich textile Praktiken diversifiziert haben, Techniken miteinander verschmelzen und sich eine Form von „Textilkunst“ herausbildet. Diese wird von einigen beansprucht, bleibt jedoch in ihren Grenzen unscharf, insbesondere in Frankreich, wo die Trennung zwischen Handwerk und Kunst weiterhin besteht.
