International Quilt Museum & Carrefour

Amish Reimagined ist ein internationales Projekt, das aus der Zusammenarbeit zwischen dem International Quilt Museum in Lincoln (Nebraska, USA) und dem Carrefour Européen du Patchwork entstanden ist.

Als weltweit anerkannte Institution für Quiltkunst bewahrt und erforscht das International Quilt Museum eine der bedeutendsten Sammlungen dieser Art. Zu seinen Schätzen zählen außergewöhnliche historische Amish-Quilts, bekannt für ihre grafische Kraft, ihre meisterhafte Farbgestaltung und ihre zeitlose Modernität. Indem das Museum seine Sammlung für diesen künstlerischen Dialog öffnet, bekräftigt es sein Bestreben, textiles Kulturerbe über seine rein historische Dimension hinaus lebendig zu halten.

Für dieses Projekt wurden neun europäische Künstlerinnen — Janet Twinn, Elina Lusis-Grinberga, Romana Cerna, Michèle Samter, Cosabeth Parriaud, Helene Hein, Isabelle Wiessler, Teresa Gai und Paola Machetta — eingeladen, in einen kreativen Austausch mit diesen historischen Werken zu treten. Trotz unterschiedlicher kultureller Hintergründe verbindet sie ein anspruchsvoller Umgang mit dem Quilt als zeitgenössischem künstlerischem Medium.

Durch die Gegenüberstellung eines historischen Werks und seiner heutigen Neuinterpretation unterstreicht Amish Reimagined die Lebendigkeit einer Bildsprache, die Zeiten überdauert. Die Zusammenarbeit zwischen Museum und zeitgenössischer Kunstszene zeigt, dass textiles Erbe nicht statisch ist: Es inspiriert, tritt in Dialog und entwickelt sich weiter.

Ausstellung

Amish reimagined

Gemeinde

Sainte-Marie-aux-Mines

Ausstellungsort

#1 Théâtre, Sainte-Marie-aux-Mines

Jahr

2026

Im Rahmen von Amish Reimagined wählte jede eingeladene Künstlerin einen historischen Amish-Quilt aus der Sammlung des International Quilt Museum als Ausgangspunkt für eine zeitgenössische Neuinterpretation.

Das Ausstellungsprinzip ist klar und kraftvoll: Das historische Werk wird direkt neben seiner aktuellen Neuschöpfung präsentiert und eröffnet so einen unmittelbaren Dialog zwischen Tradition und Gegenwart. Jedes zeitgenössische Werk folgt gemeinsamen Vorgaben: einem Format von 130 × 130 cm, der ausschließlichen Verwendung von einfarbigen Stoffen — handgefärbte Stoffe sind erlaubt — sowie einer klar erkennbaren Bezugnahme auf Farben, Komposition oder Quilting des gewählten Originals. Diese Rahmenbedingungen wirken nicht einschränkend, sondern beflügeln die Kreativität.

Sie laden dazu ein, das formale Wesen der Amish-Quilts neu zu befragen: ihre reduzierte Farbigkeit, die Kraft ihrer Farbflächen, die Strenge ihrer geometrischen Strukturen und die beinahe meditative Intensität ihres Quiltings.

Jede der neun entstandenen Arbeiten bietet eine persönliche Lesart, in der Tradition zum Denkraum und Experimentierfeld wird. Durch die Gegenüberstellung von historischem Werk und zeitgenössischer Interpretation unterstreicht Amish Reimagined die zeitlose Modernität dieser Bildsprache.

Mit ihrem kühnen Minimalismus und ihrer meisterhaften Farbbeherrschung treten Amish-Quilts in einen natürlichen Dialog mit heutigen ästhetischen Fragestellungen.

Mehr als eine Hommage zeigt das Projekt, dass Tradition nicht statisch ist. Sie bewegt sich, inspiriert und verwandelt sich. Die Ausstellung macht deutlich, dass der Quilt kein Relikt der Vergangenheit ist, sondern ein lebendiges Medium, das sich stetig neu erfindet und zugleich seinen ursprünglichen Geist bewahrt.