Geneviève Attinger

Geneviève Attinger ist eine autodidaktische französische Künstlerin, die in der Bretagne lebt. Ihre Arbeit ist eine Verbindung aus Ausdruck und Form, bei der frei gestickte Maschinenstickereien die textilen Konstruktionen ergänzen.

Sie nutzt Textilien als Palette und als sinnliches, taktiles und formbares Material; sie bereichert deren Verarbeitung durch Techniken aus der Korbflechterei und der Klöppelspitze. Diese Textilien haben eine Geschichte, eine Erinnerung – sie sind zugleich Objekt und Subjekt des Werks. Ihr früheres Leben und das Werk, an dem sie mitwirken, sind eng miteinander verbunden.

Ihre Arbeit ist figurativ und narrativ; aus ihren Jahren als Lehrerin für Biologie und Bioethik hat sie ein Interesse an Themen rund um Leben und Gesellschaft bewahrt. Besonders interessieren sie Frauen, ihre Gefühle, ihre Rolle, ihr Platz. Sie inszeniert ihre Figuren, um eine Geschichte zu erzählen. Faden und Stoff bilden dabei ihr Vokabular, ihre Worte/Materie.

Seit den 1990er-Jahren wird ihre Arbeit in Europa und international ausgestellt: European Quilt Triennale, Quilt National, Quilts=Art=Quilts, Art Quilts Element, Fantastic Fibers, Visions Museum of Textile Art und SAQA Global Exhibitions (Wanderausstellungen).

Sie wurde veröffentlicht und ausgezeichnet und ist Teil öffentlicher und privater Sammlungen in Frankreich wie im Ausland – darunter die Sammlungen des International Quilt Museum (USA) und der Compagnie Husqvarna Viking (SE).

Sie ist Mitglied von France Patchwork und Juried Artist Member der SAQA.

Ausstellung

Passages

Gemeinde

Jahr

2026

Diese Ausstellung lässt sich wie eine Sammlung von Kurzgeschichten „lesen“, deren roter Faden die Vielfalt der Übergänge („Passages“) ist.

„Greifbare Übergänge“ durch die Wahl von Textilien mit eigener Geschichte und Erinnerung sowie durch den Einsatz von Techniken – Färben, Dekonstruktion/Rekonstruktion, Fragmentierung –, die Texturen verwandeln und aus Altem Neues entstehen lassen. Das frühere Leben der Textilien und die neuen Werke, an denen sie mitwirken, sind eng miteinander verbunden.

„Unfassbare Übergänge“, die sich in komplexen oder natürlichen, mitunter unvorhersehbaren intergenerationellen oder zwischenmenschlichen Weitergaben zeigen, in denen die Gegenwart wurzelt und auf die sie sich stützt, um Neues zu schaffen.

Erzwungene Übergänge“, durch die behutsamen, erschütternden oder dramatischen Übergänge von einem Lebensabschnitt zum anderen, von einem Zustand zum anderen, von einem Land zum anderen, von der Welt von heute zu der von morgen.

Diese Quilts erzählen unaufdringliche Geschichten, deren Worte „zu sehen“ sind, in denen jede und jeder seine eigenen Erzählungen lesen, seine eigene Deutung finden, seine eigenen Gefühle empfinden kann; so entsteht zwischen dem Betrachter und dem Quilt als Vermittler eine geheime Verbindung.