DSAA InSituLab (Le Corbusier Illkirch-Graffenstaden)

Der InSituLab ist ein höherer Abschluss für angewandte Kunst (DSAA), der sich der ortsbezogenen öffentlichen Politik widmet und am Lycée Le Corbusier in Illkirch-Graffenstaden verliehen wird. Als Abschluss auf Masterniveau richtet er sich an Studierende zwischen 20 und 25 Jahren.

Im Rahmen dieser Ausbildung werden junge Designerinnen und Künstler darin geschult, unmittelbar auf konkrete Territorien einzuwirken und dabei künstlerische Praxis, lokalen Kontext und öffentlichen Auftrag miteinander zu verbinden.

Diese anspruchsvolle Ausbildung verbindet Feldforschung, gestalterisches Experiment und den Dialog mit den Akteuren der jeweiligen Orte, um Projekte entstehen zu lassen, die an ihrem jeweiligen Standort ihren Sinn entfalten.

Ausstellung

Re-Registres

Gemeinde

Sainte-Marie-aux-Mines

Ausstellungsort

#4 Eglise des Chaînes, Sainte-Marie-aux-Mines

Jahr

2026

Re-Registres widmet sich der Sammlung der Tissuthèque, die in der Villa Burrus in Sainte-Croix-aux-Mines aufbewahrt wird, und betrachtet sie als ein Register von Mustern, die mit Landschaften in Dialog treten. Unter den Tausenden von Stoffproben, die zwischen 1790 und 1939 entstanden – also vor dem Zweiten Weltkrieg und vor dem Aufkommen der Farbfotografie –, wurden sechs Muster ausgewählt.

Jedes dieser wenige Quadratzentimeter großen textilen Fragmente wird digitalisiert und anschließend mithilfe verschiedener digitaler Werkzeuge durch Erweiterung verwandelt. Aus dieser Transformation entsteht eine auf Textil gedruckte Version im Format 140 × 200 cm. Eigens dafür wird eine Struktur entworfen, um dieses Textil in einer Landschaft zu installieren: Die Muster treten so in Dialog mit ihrer Umgebung, wobei sie sich mal in sie einfügen, mal einen Kontrast zu ihr bilden. Zum Abschluss wird die Installation fotografiert – dieses Bild bildet den letzten Schritt des Prozesses.

Durch dieses Vorgehen werden die Stoffcoupons im Raum in Beziehung zu einer Landschaft gesetzt, wobei Formen der Tarnung, der visuellen Kontinuität und des Bruchs erkundet werden. Jedes Muster erzählt so eine kleine Geschichte: einen Webstuhl, der an die Verteilung des Garns im Tal erinnert, eine Frau mit Schürze, die auf eine Wasserfläche blickt, eine Waschszene am Flussufer, einen Spaziergang über eine Brücke. Dabei tauchen malerische Erinnerungen auf – eine Schaukel im Stil Fragonards, eine Brücke wie bei Monet, ein Feld im Geiste Sérusiers.

Re-Registres zeigt so, wie ein unscheinbares textiles Erbe zum Ausgangspunkt einer sensiblen Erkundung der Landschaft und der Erinnerung an einen Ort werden kann.