Seit ihrer Kindheit nimmt das Zeichnen einen zentralen Platz im Leben von Delphine Twitchett ein. Im Jahr 2003 begann sie, ihre Skizzen imaginärer Figuren in Maschinenstickmotive zu verwandeln und damit einen besonderen Dialog zwischen Illustration und Textilkunst zu schaffen. Nähen wurde bald zu einem natürlichen Bestandteil ihres künstlerischen Weges: Sie entwarf Accessoires mit eigenen Stickereien und entwickelte Schritt für Schritt ein persönliches Universum, in dem der Faden zu einem echten Ausdrucksmittel wurde.
Im Laufe der Jahre erforschte sie textile Materialien in all ihren Facetten – rohe oder recycelte Stoffe, Seide, historische Textilien oder frisch gewebte Gewebe. Jedes Material eröffnet neue gestalterische Möglichkeiten. Nach Experimenten mit Malerei und Mixed Media entschied sie sich zunehmend für das Textil als ausschließliches Medium. Seitdem verwendet sie keinerlei Farbe mehr; Stoffe mit ihren Nuancen und Strukturen bilden ihre Palette.
Ihre Werke, maschinell wie von Hand genäht, entstehen durch Überlagerung, Zuschnitt und präzise Komposition. Sie modelliert das Material, spielt mit Licht und Relief und schafft Arbeiten, die an „genähte Malerei“ erinnern. Die strukturelle Dimension ist dabei wesentlich: Jedes Werk ist als textiles Tableau gedacht, in dem der Faden ebenso zeichnet wie verbinde


